PFLEID  TPS   Patent - Lizenz - Information

(TPS = Transducer Preset System)

High End 84

Erstmals zeigte die Firma Pfleid Wohnraumakustik auf der High End 1984 dem erstaunten Messepublikum wie sich mit Hilfe der PFLEID TPS Entzerrung, die als Analogrechenschaltung ausgeführt war, ein elektrodynamischer Schallwandler soweit fehlerfrei entzerren läßt, daß als Ergebnis akustisch einwandfrei übertragene Rechtecksignale nachweisbar waren.
Solch eine technisch perfekte Signalwiedergabe war mit elektrodynamischen Wandlern bis zu diesem Zeitpunkt selbst von Fachleuten nicht für möglich gehalten worden. Deshalb konnten damals viele Messebesucher gar nicht glauben was sie sahen, trotz der Demonstration mit dem optischen Nachweis der Rechtecksignalwiedergabe über ein Oszilloskop.
Diese Vorführung war eine Sensation für alle Fachleute.
Die Erfindung wurde noch im gleichen Jahr mit mehreren Erfinderpreisen ausgezeichnet.
 

Patentstreit

In der Folge entbrannte in Europa ein heftiger Patentstreit über diese Erfindung, der sich von 1984 bis 1996 hinzog. Erst am 10.1.1996 ist das Europäisches Patent zur Lautsprecherentzerrung nach Amplitude und Phase dann endgültig und unwiderruflich in Kraft getreten.
Herr Pfleiderer konnte sich - nach jahrelangem Kampf - gegen die besten Rechtsanwälte der scheinbar übermächtigen Konzerne durchsetzen.
In dem Einspruchs- und Beschwerdeverfahren hat das Patent die endgültige Fassung angenommen. Der ursprüngliche Text der Beschreibung der Erfindung mußte dabei weder geändert noch ergänzt werden, nur die heute geltenden Patentansprüche wurden neu formuliert.
 

Die endgültigen Patentansprüche

Die neuen Patentansprüche sorgen für die eindeutige Klarstellung der Merkmale der Erfindung gegenüber den schon seit langem bekannten und handelsüblichen „Equalizern“, die nur dazu benutzt wurden den Schalldruckverlauf  zu linearisieren.
Denn solange es Lautsprecher gibt, solange gibt es auch schon Filterschaltungen zur Beeinflussung des Übertragungsverhaltens der Lautsprecher. Diese Filter wurden aber lediglich dazu benutzt nur das Übertragungsverhalten der Wandler im Amplitudenverlauf  (Schalldruck) zu linearisieren wobei immer deutliche Phasenfehler nachweislich übriggeblieben sind.

Alle Filterschaltungen vor 1983, also vor der Anmeldung der Erfindung, waren
1. entweder nicht dazu geeignet, oder
2. wenn sie dazu geeignet gewesen wären, wurden sie nachweislich nicht dazu benutzt,
das Übertragungsverhalten der elektrodynamischen Wandler auch im Phasenverlauf soweit zu entzerren, daß z.B. Rechtecksignale im gewandelten Ausgangssignal möglich gewesen wären. Die akustische Rechtecksignalwiedergabe als völlig neue Qualitätsdimension bei der Lautsprecherwiedergabe wurde im Patentstreit mit eindeutiger Klarheit aufgezeigt.

Kennzeichen der PFLEID TPS-Entzerrung ist deswegen auch kein bestimmter Filter, sondern die Einstellung eines beliebigen Filters auf das inverse komplexe Übertragungsverhaltens eines beliebigen elektrodynamischen Wandlers und zwar nach Amplitude und Phase.
Deshalb konnte auch bei dem Einstellbeispiel im Patent ein seit vielen Jahren bekannter analoger Universalfilter hergenommen werden um den Einstellvorgang einer erfindungsgemäßen PFLEID TPS-Entzerrung in allen Einzelheiten zu beschreiben.

Dies ist auch der Grund warum in dem neuen Patent auch keine spezielle Filterschaltung geschützt wurde, sondern es wurde das Endergebnis der richtigen Einstellung einer Filterschaltung auf einen elektrodynamischen Wandler zum Kennzeichen der Erfindung gemacht
- nämlich die richtige Rechtecksignalwiedergabe -
wobei die richtige Rechtecksignalwiedergabe als Nachweis der erfolgreichen erfindungsgemäßen Entzerrung des elektrodynamischen Wandlers nach Amplitude und Phase dient.
 

Die richtige Rechtecksignalwiedergabe wird zum Kennzeichen der Erfindung

Die Erfindung ist deswegen auch nicht die Angelegenheit einer bestimmten Filterschaltung, sondern sie zeigt auf, wie z.B. beliebige (Universal) Filter eingestellt werden müssen um in Verbindung mit einem elektrodynamischen Wandler die gewünschte Entzerrung nach Amplitude und Phase zu erzielen.

Deshalb markiert diese Erfindung die Grundlagen zur fachgerechten Entzerrung des gesamten Übertragungsverhaltens von elektrodynamischen Wandlern nach Amplitude und Phase und damit zur fehlerfreien Lautsprecherwiedergabe an sich - es ist ein Grundlagenpatent.

Nach offizieller, im Patentstreit dokumentierter Meinung der Patentprüfer kann es deshalb ein beliebig aufgebauter, ein bekannter, ein völlig neuer, ein analoger, ein digitaler, ein IIR oder FIR-Filter sein, der dem elektrodynamischen Wandler vorgeschaltetet wird, und auch das Programm in einer digitalen Entzerrvariante kann ganz beliebig ausgeführt sein.

Entscheidend dabei ist, daß immer dann die Erfindung benutzt wird, wenn ein elektrodynamischer Wandler durch einen vorgeschalteten Entzerrfilter soweit entzerrt wird, daß die richtige Rechtecksignalwiedergabe im akustisch gewandelten Signal nachgewiesen werden kann.
Wenn die richtige Rechtecksignalwiedergabe dort nicht nachgewiesen werden kann, dann fällt die Entzerrung in die Rubrik der bekannten Equalizer, die nicht unter den Patentschutz fallen.